Brief von Kaplan Zasanski an die Kommunionkinder

Im heutigen Evangelium treffen wir auf den auferstandenen Jesus, der zu seinen Aposteln kommt, um sie zu beruhigen. Sie brauchen es dringend. Sie haben Angst und wissen nicht, wie es nun weitergehen soll. Er tritt in ihre Mitte und sagt: Ihr musst euch nicht fürchten. Ich bin bei euch! Er lässt sich sogar berühren… und die Angst gerät ins Vergessen… spielt keine große Rolle mehr. Die Hoffnung ist wieder da, in den Köpfen tanzen die Erinnerungen, die Geschichten, die Wunder und die Worte… Der in der Mitte stehende Jesus, auch wenn er im Moment nicht viel sagt, wird selbst zu einer Erzählung von der großen Liebe Gottes zu uns Menschen.

                               © Bonifatiuswerk

Diese Szene erinnert mich an unser Motto und an das Plakat der diesjährigen Erstkommunionvorbereitung: „Jesus, erzähl uns von Gott!“. Auch hier ist Jesus von Menschen umgeben. Der 12-jährige spricht mit den Erwachsenen, und sie hören auf Ihn... Die Zeit vergeht schnell und die Zuhörer genießen jedes Wort, wie auch die Tausende, die Jesus später nachgefolgt sind bei seinem öffentlichen Wirken.

Das wünsche ich uns: Ihr Kommunionkinder sollt zu Geschichtenerzählern werden – wie Jesus es auch war. Im Laufe der Vorbereitung haben zu Euch viele Menschen gesprochen: das Pastoral-Team, die lieben Katecheten, Eure Eltern… und Gott selbst in seiner Heiligen Schrift.

Die Freude war groß… Bald sollte unser Wochenende in der Herberge kommen, dann Ostern mit der Familie… und der Kommuniontag selbst mit allen seinen High lights…

Aber alles ist leider anders gelaufen! Corona-Krise! Die Erstkommunionfeiern werden verschoben…

Viele sitzen jetzt (wie damals die Apostel) zu Hause und denken an die Zukunft. In den Köpfen drehen sich verschiedene Gedanken und Fragen! Oft haben wir noch keine Antworten… Besonders auf eine Frage wird eine Antwort häufig gesucht: „Wann darf ich endlich meine Erstkommunion feiern?“.

Es wäre toll, wenn dieser Jesus aus dem Evangelium auch zu uns käme und bewirkte, was Er bei Johannes in dessen Evangelium geschafft hatte: Ruhe und Frieden zu bringen! Wie schön wäre es, Seine Nähe zu spüren?!

Liebes Erstkommunionkind! Es ist machbar! Er kann kommen und auch heute! Dazu brauche er Deine Hilfe! Wie Du Dich wahrscheinlich bei dem Motto-Bild erinnerst: Jesus hat den Erwachsenen die Geschichten erzählt. Werde wie Er. Setze Dich zu Hause mit Deinen Lieben zusammen auf den Boden oder auf das Sofa… und erzähle! Was zum Beispiel? Nimm Dein Vorbereitungsbuch und lass die Erinnerung kommen – alles was Ihr mit den Katecheten besprochen habt. Vielleicht weißt Du auch anderes über Jesus? Oder hast auf Facebook und WhatsApp die Heilige Woche mit unserer Gemeindereferentin Frau Katinka Giller mitgefeiert? Es gibt viele Möglichkeiten. Sei nun kreativ! Danach kannst Du auch Deine Eltern und Geschwister fragen, ob sie sich mit ihren Geschichten bei Dir revanchieren möchten. Und sei gewiss: Jesus kommt – mit Deiner Hilfe! Viel Erfolg!

Und ich, Dein Kaplan, zusammen mit Pfarrer Ulrich Kern und Gemeindereferentin Katinka Giller, warte neugierig auf Deine Kommunion! Wann immer sie gefeiert wird, sie wird schön! Bis bald!

P.S. Hier findest Du viele Bilder zum Malen! Sie werden Dir beim Erzählen eine große Hilfe sein! http://www.bibelbild.de/

Ihr und Euer

Kaplan Krzysztof Zasanski,

Verantwortlicher für EK-Vorbereitung

Auch unser Erzbischof Kardinal Woelki
hat einen → Brief an die Kommunionkinder geschrieben.

Evangelium vom Weißen Sonntag
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

19 Am Abend dieses ersten Tages der Woche,
         als die Jünger aus Furcht vor den Juden
         bei verschlossenen Türen beisammen waren,
         kam Jesus,
     trat in ihre Mitte
     und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
20 Nach diesen Worten
         zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
     Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
     Wie mich der Vater gesandt hat,
         so sende ich euch.
22 Nachdem er das gesagt hatte,
         hauchte er sie an
     und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
23 Denen ihr die Sünden erlasst,
         denen sind sie erlassen;
     denen ihr sie behaltet,
         sind sie behalten.
24 Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf,
         war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25 Die anderen Jünger sagten zu ihm:
         Wir haben den Herrn gesehen.
     Er entgegnete ihnen:
         Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe
         und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel
         und meine Hand nicht in seine Seite lege,
         glaube ich nicht.
26 Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen
     versammelt

     und Thomas war dabei.
     Da kam Jesus bei verschlossenen Türen,
     trat in ihre Mitte
     und sagte: Friede sei mit euch!
27 Dann sagte er zu Thomas:
         Streck deinen Finger hierher aus
         und sieh meine Hände!
     Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite
     und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28 Thomas antwortete und sagte zu ihm:
         Mein Herr und mein Gott!
29 Jesus sagte zu ihm:
         Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
     Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
30 Noch viele andere Zeichen
         hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan,
         die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind.
31 Diese aber sind aufgeschrieben,
         damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist,
     der Sohn Gottes,
     und damit ihr durch den Glauben
         Leben habt in seinem Namen.

© Deutsches Liturgisches Institit

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